So lernt ihr Kind, mit Alkohol umzugehen

Das erste Bier, das erste Mischgetränk mit Schuss – dass Jugendliche Alkohol ausprobieren, gehört ebenso zum Heranwachsen und flügge werden wie abends alleine mit Freunden losziehen. Der Kontakt zu Gleichaltrigen und gemeinsame Erlebnisse mit ihnen werden immer wichtiger für Ihr Kind. Das beinhaltet eben irgendwann auch, dass sie beim Feiern gemeinsam trinken.
Jugendliche machen damit genau das, was sie tagtäglich auch von Erwachsenen sehen:  den Wein mit Freunden, das Bier zum Grillabend, den Cocktail bei der Afterworkparty - Alkohol gehört in unserer Gesellschaft bei vielen Anlässen dazu. Schon deshalb müssen Jugendliche lernen, damit umzugehen. Fachleute sprechen hier von Risikokompetenz. Das heißt, junge Menschen müssen einschätzen lernen, wie Alkohol wirkt, damit sie angemessen und verantwortungsbewusst damit umgehen können.

Wir haben ein paar Tipps für Sie, wenn Ihr Kind anfängt, sich für Alkohol zu interessieren oder erste Erfahrung damit gemacht hat:

Um ein kompetenter Gesprächspartner für Ihr Kind zu sein, sollten Sie gut über die Wirkung von Alkohol und die gesetzlichen Bestimmungen informiert sein.

Sie sind immer ein Vorbild. Es wirkt unglaubwürdig, wenn Sie Ihrem Kind pauschal Alkohol verbieten und selbst regelmäßig ein Feierabendbier trinken.

Informieren Sie Ihr Kind sachlich und nicht dramatisierend über die Risiken des Alkoholkonsums, aber auch darüber, warum Alkohol getrunken wird, und dass man ihn in Maßen ohne großes Risiko genießen kann.

Da Ihr Kind noch keine Erfahrung mit Alkohol hat, sollten Sie ihm schildern, was passieren kann, wenn man zu viel trinkt. Die Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingewiesen wurden, zeigen, dass viele über die Risiken überhaupt nicht Bescheid wussten.
Sie sollten mit Ihrem Kind auch darüber sprechen, dass man im Rausch auch Opfer von Gewalttaten oder sexuellen Übergriffen werden kann.

Signalisieren Sie, dass Sie immer für Ihr Kind da sind, gleich was auch passieren mag, und es mit allen Sorgen und Nöten ohne Scham zu Ihnen kommen kann.
Auch wenn Freunde immer mehr Bedeutung bekommen – Sie bleiben ein wichtiger Ansprechpartner und Ratgeber für Ihr Kind.

Handeln Sie Regeln aus. Auch wenn Ihr Kind bereits flügge ist, es seine eigene Meinung hat, die Sie auch respektieren sollten. Machen Sie dennoch deutlich, dass es in einigen Punkten keinen Verhandlungsspielraum gibt und begründen Sie dies.

Vereinbaren Sie vorab verbindlich, wie Ihr Kind nach einem Fest nach Hause kommt. Dazu gehört, dass es auf keinen Fall bei jemandem im Auto oder auf dem Motorrad mitfahren sollte, der Alkohol getrunken hat, und auch keinesfalls unter Alkoholeinfluss selbst fahren sollte.

Bei den ersten Partys, sollten Sie vereinbaren, dass kein Alkohol im Spiel ist, solange Ihr Kind unter 16 ist. Das muss auch für fremde Jugendliche unter 16 Jahren gelten, wenn bei Ihnen zu Hause gefeiert wird.

Sprechen Sie offen mit den anderen Eltern über das Thema Alkohol. Hilfreich ist eine einheitliche Linie unter Erwachsenen – auch um gegenseitige Schuldzuweisungen zu vermeiden, wenn sich Kinder nicht an Absprachen halten.  

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind regelmäßig zu viel Alkohol trinkt, sollten Sie dies ernst nehmen und darüber sprechen. Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung bei einer Beratungsstelle zu suchen, die Sie auch alleine aufsuchen können. Holen Sie sich Rat, wie Sie mit der Situation am besten umgehen.