Verschweißt mit dem Handy: Daten und Fakten über die dominante digitale Medienwelt

Die Medienwelt verändert sich rasant. Sorgten sich Eltern 2008 vor allem, welche Computerspiele sich  Kinder auf ihre PCs luden, war zwei Jahre später bereits Facebook das alles beherrschende Thema, das Eltern und Pädagogen beschäftigte. Smartphones mit mobilem Internet in der Tasche stellen Eltern und Pädagogen seit einigen Jahren wieder vor neue Herausforderungen: Viele Jugendliche sind rund um die Uhr online. Allen Unkenrufen zum Trotz hat auch das klassische Fernsehen bei Jugendlichen immer noch eine große Bedeutung.

Aufwachsen mit Smartphones und mobilem Internet

Die Smartphoneausstattung von Jugendlichen nähert sich mittlerweile der Sättingungsgrenze: 2016 besaßen bereits mehr als 90 Prozent auch der 12- bis 13-Jährigen ein Smartphone. Insgesamt haben 79% aller Jugendlichen dazu auch eine Flatrate, bei den 12- bis 13-Jährigen sind es immerhin schon 62%.
Die meiste Zeit verbringen die Jugendlichen im Internet mit Kommunikation, an zweiter Stelle steht die Unterhaltung gefolgt von Spielen und Informationssuche.

Im Dauer-Chat: WhatsApp und soziale Netzwerke

Die mit Abstand beliebteste App auf dem Smartphone war 2016 WhatsApp: 95 Prozent der Jugendlichen  mit internetfähigem Smartphone nennen laut Jim-Studie WhatsApp als wichtigste App, 89 Prozent nutzen WhatsApp täglich. Mit großem Abstand folgen Instagram (38%), Snapchat (27%), YouTube und Facebook (beide 26%). Bei Facebook gibt es einen deutlichen altersspezifischen Trend: Nur noch 7 Prozent der 12- bis 13- Jährigen interessieren sich für Facebook. Twitter hat bei Jugendlichen nur eine sehr geringe Bedeutung für die Alltagskommunikation.

Mit Ausnahme von WhatsApp unterscheiden sich hier die Geschlechter sehr deutlich: Während die Mädchen vor allem Instagram und Snapchat bevorzugen, haben die Jungen ein größeres Interesse an YouTube. 

Computerspiele - die Leidenschaft von Jungs

Laut der MoSyD-Studie 2016 spielen in Frankfurt 65 Prozent der 15- bis 18-Jährigen mindestens einmal im Monat Computerspiele. Zum Spielen nutzen Jugendliche mittlerweile vor allem das Smartphone gefolgt vom Computer.                                    
Wobei sich die Geschlechter deutlich unterscheiden: 86 Prozent der Schüler, aber nur 44 Prozent der Schülerinnen spielen regelmäßig Computerspiele. Jungs bevorzugen vor allem Ego-Shooter, Open- World- Spiele und Sportspiele. Mädchen bevorzugen dagegen Jump'n Run und Geschicklichkeitsspiele. Auch für Online-Rollenspielen interessieren sich wesentlich mehr Jungen als Mädchen.

Jungen verbringen generell sehr viel mehr Zeit mit Computerspielen als Mädchen: durchschnittlich zehn Stunden pro Woche und damit fast viermal so viel wie Mädchen. Die zeitintensivsten Computerspiele waren 2015 erstmals MOBAs (Multiplayer Online Battle Arena), die durch E-Sports populär wurden, gefolgt von Ego-Shootern und Online-Rollenspielen.   

     

Bewegte Bilder - TV, YouTube & Co.

Immer noch besitzen mehr als die Hälfte aller 12- bis 19-Jährigen ein eigenes Fernsehgerät, 16 Prozent eines mit Internetzugang. 46 Prozent sehen täglich klassisch fern, ein weiteres Drittel mehrmals pro Woche.
Die Nutzung von Serien und Filmen im Internet kommt erst langsam bei der breiten Masse an. Dies geschieht in den meisten Fällen über YouTube (47%) und Netflix (29%).

YouTube ist bei Jugendlichen das meistgenutzte Internetportal, 56 Prozent der Jugendlichen nutzen es täglich. Am beliebtesten sind hier Musikvideos und lustige Clips. Aber auch ernsthafte Inhalte spielen eine wichtige Rolle: Videos über Nachrichten und Zeitgeschehen,  Lernvideos und Tutorials (Gebrauchsanleitungen) sowie Filme, in denen es um Sport geht.