Medienwelt gleich Lebenswelt: Jugendliche Kommunikation ist ohne Internet kaum noch denkbar

Die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen sind heute wesentlich und nachhaltig von den Entwicklungen bei den elektronischen Medien geprägt - und den damit verbunden Möglichkeiten zur Kommunikation. Digitale Medien bieten Kindern und Jugendlichen Handlungsspielräume und Entfaltungsmöglichkeiten, die Eltern kaum kontrollieren und beeinflussen können. Junge Menschen erhalten dadurch sehr früh eine gewisse Autonomie und können sich weitgehend abgrenzen, ohne das Elternhaus verlassen zu müssen. Sie führen in ihrem Kinderzimmer und mit ihrem Smartphone quasi ein virtuelles Doppelleben. Dies eröffnet einerseits noch nie dagewesene Chancen, birgt aber auch Entwicklungsrisiken.

In den vergangenen Jahren haben vor allem die sozialen Netzwerke und die mobile Internetnutzung via Smartphone an Bedeutung gewonnen. Sie bieten ganz neue kommunikative Möglichkeiten, um Freundschaften aufzubauen und zu pflegen, aber auch neue Möglichkeiten, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Auf der anderen Seite lauern Risiken. Kinder und Jugendliche können mit Inhalten konfrontiert werden, die für ihr Alter unangemessen sind. Oder sie geben leichtfertig Dinge von sich preis, die andere missbrauchen können. Über die Folgen und die Reichweite des eigenen Verhaltens sind sich Kinder und Jugendliche oft nicht im Klaren. 

Mit zunehmendem Alter der Jugendlichen verändert sich auch die Mediennutzung. Während bei Jüngeren noch Spiele und die Informationssuche im Vordergrund stehen, werden für Ältere die kommunikativen Möglichkeiten des Internets, vor allem die Nutzung sozialer Netzwerke, wichtiger.

Dass Smartphone und Co so vielfältig nutzbar sind, macht es für Eltern schwierig zu beurteilen, ob ihr Kind zu viel Zeit am Bildschirm verbringt oder sich zu häufig mit dem Smartphone beschäftigt.

Viele Eltern sind deshalb verunsichert, kennen sich nicht gut genug aus und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Tägliche Debatten über die Mediennutzung sind anstrengend und zermürbend. Es ist auch schwierig, den Medienkonsum zu kontrollieren, weil mit dem Smartphone das mobile Internet permanent zur Verfügung steht. Eltern müssen deshalb auf die Eigenverantwortlichkeit ihres Kindes bauen können - je älter ihr Kind wird. Das fällt aber umso schwerer, wenn Kinder sich nicht an Absprachen halten oder es nicht schaffen, von sich aus abzuschalten.