Was Sie als Eltern tun können

Heranwachsende müssen heute schon sehr früh Risiken erkennen und einschätzen lernen, um eigenverantwortlich mit ihnen umgehen zu können. Sie müssen lernen, die Informationen auszuwählen, die relevant und vertrauenswürdig sind und Entscheidungen treffen, was sie kaufen und konsumieren wollen. All das setzt Medienkompetenz voraus, damit sie in der Lage sind, Risiken und Fallen zu erkennen und falschen Versprechen oder verführerischen Angeboten nicht auf den Leim zu gehen.

Es ist gut, wenn Sie sich dafür interessieren, was Ihr Kind in der Freizeit tut und womit es sich beschäftigt. Noch besser ist es, wenn Sie das alles auch verstehen. Dies gilt besonders beim Umgang mit Medien. Hier sind Sie als Eltern gefordert, zumal Sie vor allem bei jüngeren Kindern entscheiden müssen, wann und wie Ihr Kind Medien nutzen darf.
Kinder brauchen Regeln, Begleitung, Unterstützung und Orientierungshilfen. Nur so können sie lernen, Chancen und Vorteile der Medien zu nutzen und Risiken zu vermeiden.  
Die Broschüre "Medien gemeinsam entdecken" hilft Ihnen dabei, gemeinsam mit Ihrem Kind die Medienwelt zu entdecken und altersgerecht damit umzugehen.   

Keine Bildschirmgeräte im Kinderzimmer

Fernsehgeräte, Computer oder Spielkonsolen haben im Kinderzimmer bis zum 14. Geburtstag nichts zu suchen. Kinder können nicht selbst einschätzen, wie lange sie vorm Bildschirm sitzen, und Eltern können wiederum nicht kontrollieren, womit sich ihre Kinder beschäftigen, wenn die Geräte im Kinderzimmer stehen.

Klare Regeln und Konsequenz

Sie müssen klare Regeln setzen, wann, wie und wie lange Ihre Kinder digitale Medien nutzen dürfen. Je jünger Kinder sind, umso klarer sollten die Regeln sein und umso konsequenter sollten Sie darauf achten, dass sie auch eingehalten werden.

Ab dem Schulalter ist es sinnvoll gemeinsam Absprachen zu treffen, die die Kinder auch verstehen und nachvollziehen können. Je älter das Kind wird, desto flexibler kann die Absprache sein. Zu empfehlen ist, einen "Mediennutzungsvertrag" mit ihrem Kind abzuschließen. Das erspart endlose Diskussionen und Streit. Neben den Nutzungszeiten sollten Sie darin auch Regeln zum Umgang mit persönlichen Daten oder zu Downloads festhalten. Zudem kann der Vertrag regelmäßig geprüft und entsprechend den Erfahrungen und dem Entwicklungsstand  Ihres Kindes angepasst werden. So können Sie immer mehr Freiheiten an Ihr Kind abgeben und es Schritt für Schritt auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen Mediennutzung begleiten.
Den Mediennutzungsvertag mit Tipps und Regelvorschlägen finden Sie hier.

 

Altersgerechte Zeitempfehlungen

Medien sollen eine Bereicherung des kindlichen Alltags sein und nicht andere wichtige Aktivitäten verdrängen - wie etwa sich mit Freunden treffen, draußen spielen oder Sport treiben.
Bis zum Alter von 3 Jahren sind Computer oder Konsole kein geeignetes Spielzeug für Kinder. Von 4 bis 6 Jahren an sollten Kinder maximal 20-30 Minuten täglich und nur gemeinsam mit den Eltern spielen.
7- bis 10-Jährige sollen höchstens 45 Minuten täglich spielen.
Der Zugang zum Internet sollte frühestens mit 8 Jahren erfolgen und von den Eltern intensiv begleitet werden.
Ein Smartphone sollten Kinder frühestens in der weiterführenden Schule bekommen.
11- bis 13-Jährige können 60 Minuten täglich mit Medien verbringen oder sich ein entsprechendes wöchentliches Zeitbudget selbst einteilen.
Facebook ist erst für Jugendliche ab 13 Jahren geeignet.
Ab 14 Jahren ist es sinnvoll, mit den Jugendlichen individuelle Absprachen zu treffen.  Eltern sollten konsequent darauf achten, dass die Vereinbarungen eingehalten werden.
Auch die Fernsehzeiten sollten hierbei berücksichtigt werden.

Kontrolle

Im Internet gibt es Seiten, die für Kinder nicht geeignet sind. Wenn Kinder alleine im Intrnet surfen ist es sinnvoll, eine Kindersicherung zu installieren, die für Kinder ungeeignete Seiten sperrt. Hier können Sie auch Zeiten für die Nutzung festlegen, wenn  Ihr Kind öfter alleine zu Hause ist oder sich nicht an Absprachen hält. Technische Zeitvorgaben werden häufig ohne Murren akzeptiert, während es bei Absprachen mit den Eltern immer wieder Diskussionen gibt.
Gute Sicherungssoftware für PC, Tablet und Smartphone finden Sie hier.

Andere Freizeitangebote

Wenn der PC oder die Konsole abgeschaltet bleiben sollen, muss es Alternativen geben. Mit Vorschlägen, gemeinsam etwas anderes zu unternehmen, lassen sich vor allem jüngere Kinder sehr leicht vom Computer weglocken. Aber auch Jugendliche brauchen gelegentlich zündende Ideen oder Unterstützung, was sie jenseits von Internet und Co. in ihrer Freizeit anstellen können.  Wichtig für die Entwicklung von Kindern ist es, dass sie sich regelmäßig mit Freunden treffen.

Im Gespräch bleiben

Bei allen Vorgaben: Es ist wichtig, mit Ihrem Kind im Gespräch zu bleiben – oder wieder ins Gespräch zu kommen. Das gelingt nur, wenn Sie sich auch dafür interessieren, wie und womit Ihr Kind seine Freizeit verbringt. Gemeinsame Mahlzeiten mit der ganzen Familie sind eine gute Gelegenheit, um sich auszutauschen, über Schule und Freizeit zu reden und zu hören, womit sich Ihr Kind gerade beschäftigt. Nehmen Sie sich deshalb möglichst regelmäßig die Zeit, um gemeinsam zu essen.

Setzen Sie sich auch mal gemeinsam mit Ihrem Kind an den PC oder die Konsole. Lassen Sie sich von ihm erklären, was es tut und probieren Sie es auch mal selbst aus, um zu verstehen, was Ihr Kind fesselt und fasziniert.

Gemeinsam mit anderen Eltern Lösungen suchen

Oft nutzen Kinder und Jugendliche Medien gemeinsam mit Freunden. Sie tauschen Computerspiele untereinander aus oder kopieren sie sich gegenseitig. Auch werden Freunde häufig als Argument benutzt: "Alle anderen haben/dürfen ...., nur ich nicht!",
Sprechen Sie sich deshalb mit den Eltern der Freunde Ihres Kindes ab. Das macht es leichter, Regeln zum Medienkonsum durchzusetzen, die die Kinder auch akzeptieren

Weitere Tipps für Kinder bis zum 14. Lebensjahr finden Sie hier.

Hilfe

Wenn alles nicht hilft, es keine gemeinsame Lösung mit Ihrem Kind zu geben scheint, finden Sie weitere Handlungstipps unter Beratung.  

Gleich wie die Technik der Zukunft aussehen wird, sobald Schulleistungen sinken oder das Familienleben ins Wanken gerät, ist die Grenze erreicht, gilt es die Reißleine zu ziehen. Es bleibt Ihnen als Eltern nicht erspart: Sie müssen bei der Mediennutzung Ihrer Kinder am Ball und im ständigen Austausch bleiben, sich über Neuerungen informieren und Chancen und Risiken immer wieder neu abwägen.