Legaler Rausch aus illegalen Laboren

In den vergangenen 12 Jahren sind mehr als 650 neue psychoaktive Substanzen in Europa aufgetaucht: sogenannte Legal Highs oder Neue Psychoaktive Substanzen (NPS). Es handelt sich hierbei um synthetische Drogen, die als angeblich legale Alternativen zu illegalen Drogen angeboten werden. Verpackt in bunte Tütchen und mit fantasievollen Namen wie „Beach Party“, „Bonzai“ oder „Jamaican Extreme“ werden sie mit geschickten Marketingstrategien über das Internet verkauft.  Für fast jede illegale Droge gibt es ähnlich wirkende Ersatzprodukte, die als „Räuchermischungen“, „Badesalze“, „Raumerfrischer“ oder „Düngerpillen“ getarnt auf den Markt kommen. Diese „Legal High“-Produkte enthalten in der Regel so genannte Research Chemicals, das sind Substanzen aus der Pharmaforschung, die in beliebiger Menge in illegalen Labors zusammengebraut werden.

Bisher ist nur wenig über die Verbreitung von „Legal Highs“ bekannt, zumindest für  Frankfurt liefert das jährliche Drogenmonitoring bei Jugendlichen von 15 bis 18 Jahren stichfeste Daten: Danach gaben im Jahr 2015 sechs Prozent der 15- bis 18-Jährigen an, mindestens einmal im Leben Räuchermischungen und ein Prozent mindestens einmal andere „Legal Highs“ (Badesalze, Düngerpillen oder Research Chemical als Reinsubstanz) probiert zu haben. Keiner und keine der befragten Jugendlichen nimmt sie regelmäßig.  

Online-Umfragen zeigen, dass die Hauptkonsumentengruppe von „Legal Highs“ junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren sind. Sie konsumieren überwiegend Räuchermischungen, die in der Regel synthetische Cannabinoide enthalten. Aber auch unter diesen gibt es nur sehr wenige regelmäßige Konsumenten.

Praktisch alle "Legal-High"-Erfahrenen hatten auch Erfahrungen mit illegalen Drogen, 80 Prozent auch mit harten Drogen. Neben Neugier und Experimentierfreude greifen sie vor allem zu „Legal Highs“, weil sie glauben, dass der Konsum straffrei bleibt und dass die Substanzen in Drogentests nicht nachweisbar sind.