Unbekannter Inhalt mit ungeahnter Wirkung

Über Risiken und Nebenwirkungen den Arzt oder Apotheker zu fragen, hilft im Falle der „Legal Highs“ wenig. Obwohl diese neuen psychoaktiven Substanzen aus der Pharmaforschung stammen, werden sie nicht für medizinische Zwecke verwandt, weil ihre Wirkungen und langfristigen Risiken nicht erforscht sind. Hinzu kommt, dass die auf dem Markt auftauchenden Produkte undefinierbare Mogelpackungen sind, weil die jeweilige chemische Zusammensetzung, die Dosierung und der Reinheitsgehalt der Substanzen ungewiss bleibt.

Räuchermischungen, die am weitesten verbreiteten "Legal Highs", enthalten in der Regel synthetische Cannabinoide, die ähnlich wie Cannabis wirken können. Bei einigen Substanzen kommen noch weitere, Cannabis untypische Wirkungen hinzu, wie aggressives Verhalten, Krampfanfälle, Bluthochdruck u.a.

Da weder die realen Inhaltsstoffe noch deren Dosierung auf der Verpackung angegeben sind, kann man über die tatsächliche Wirkung keine Vorhersagen machen. Inhaltsstoffe und Dosierung können beim gleichen Produkt von Packung zu Packung variieren. Auch die verwendeten Substanzen sind von unterschiedlichster Potenz. Da viele Hersteller nicht über ausreichendes pharmakologisches Wissen verfügen, ist die Dosierung Zufall. Auch über das Suchtpotenzial dieser Substanzen ist nichts bekannt. Hinzu kommen alle möglichen Beimischungen und Verunreinigungen z.B. Hartparaffin, Teer.  

Konsumenten von „Legal Highs“ oder Research Chemicals stellen sich daher als Versuchskaninchen in einem unkontrollierten Feldversuch für unerforschte Chemikalien zur Verfügung – und gehen ein hohes gesundheitliches Risiko mit unbekannten Langzeitfolgen ein.

In einer Online-Umfrage berichteten viele „Legal High“-Konsumenten über unerwünschte Nebenwirkungen:
* 2/3 der Teilnehmer hatten schon einmal Herzrasen.
* Die Hälfte berichtet über Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen,
* 42 Prozent über Übelkeit und
* 1/3 hatte schon einmal Angstzustände nach dem Konsum von „Legal Highs“. 

Auch Überdosierungen oder Vergiftungen durch verschiedene Legal High Produkte sind inzwischen bekannt geworden. Über Kreislaufversagen und Ohnmacht wurde berichtet, sowie über Psychosen und Wahnvorstellungen. Einige Konsumenten wurden mit Nierenversagen ins Krankenhaus eingeliefert.

In den letzten Jahren hat die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum von Neuen Psychoaktiven Substanzen kontinuierlich zugenommen: Laut Bericht der Bundesdrogenbeauftragten sind 2015 in Deutschland 39 Personen in Verbindung mit NPS-Konsum verstorben (2014 - 25).